Initiativen


Wir bewegen.

Wir bewegen.

Auf dieser Seite schauen wir nach vorne. Wenn auch langsam, aber Schritt für Schritt und verlässlich.


Eine persönliche Erfahrung ist vielleicht der Grund, warum diese Seite für mich ein echtes Herzensanliegen ist. Als ich Kind war, war ich mit meiner Klasse im Schullandheim. An einem Nachmittag brach ich plötzlich in Tränen aus, ohne es unterdrücken zu können. Meine Mitschüler brachten mich zu einem Lehrer. Er ging ein Stück mit mir, redete ruhig auf mich ein, bis ich mich wieder beruhigte.


Hätte er damals nur eine einzige Frage über Missbrauch gestellt, oder später behutsam nachgehakt, dann hätte ich ihm vermutlich erzählt, was wirklich passiert war. Von dem Missbrauch und von meiner Angst. Ich mache hier niemandem einen Vorwurf. Aber diese Begebenheit steht sinnbildlich für ein weit verbreitetes Phänomen:  Wir spüren, dass etwas nicht stimmt, fragen trotzdem nicht weiter. Wir ahnen, dass jemand leidet und hoffen, dass es sich von selbst löst. Genau an diesem Punkt möchte ich ansetzen.


Miteinander reden

Missbrauch ist in unserer Gesellschaft kein Randphänomen. Doch sobald man darüber sprechen soll, verknotet sich die Zunge. Oft aus falscher Vorsicht, aus Unsicherheit, oder aus der Befürchtung, Verantwortung übernehmen zu müssen – mit allen Konsequenzen, die daraus entstehen. Deshalb ist es mein Anliegen, diesen Knoten zu lösen. Nicht polemisch, sondern so, dass das Thema überhaupt ansprechbar wird. Damit wir reden können, wenn Gefahr am Horizont aufblitzt. Damit wir Verhaltensänderungen bei Kindern und Jugendlichen wahrnehmen. Damit wir die Möglichkeit eines Missbrauchs überhaupt in Betracht ziehen, wenn wir Unstimmigkeiten im Verhalten erkennen.


Wir brauchen hier keine Wachhunde und es geht nicht darum, Misstrauen zu säen.  Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen und Menschen zu ermutigen, das zu sein, was Kinder wirklich brauchen: verlässliche Erwachsene, Vorbilder und Ansprechpartner. Menschen, von denen ein Kind zu Recht vermuten darf, dass es sich ihnen anvertrauen kann.


Wenn ich erzähle, dass in jeder durchschnittlichen Schulklasse zwei Kinder sitzen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, dann blicke ich oft in große, betroffene Augen. Doch wenn ich ergänze, dass zu diesen Kindern auch Täter gehören – und ein Umfeld, das Anzeichen übersieht oder bewusst wegschaut – dann wird der Raum schnell still. Genau diese Stille ist das Problem.


Deshalb gibt es Get a life!

Mit Get a life!  beginnen wir dort, wo es am wichtigsten ist: in Schulen, Vereinen und Gemeinschaften. Wir wollen darüber sprechen und diskutieren, was Missbrauch bedeutet, welche Dynamiken ihn ermöglichen – und wie eine falsch verstandene religiöse oder moralische Haltung ihn zusätzlich begünstigen kann. Wir werden aufzeigen, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, Haltung zu bewahren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denn je früher man versteht, was auf dem Spiel steht, desto besser kann man handeln.


Diese Seite und die Initiativen sollen dazu beitragen, dass aus passiven Zuschauern Menschen werden, die handeln, damit Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft endlich die Erwachsenen haben, die sie brauchen.



Der Verein Get a life! e.V.

Aufklären und Verändern






Der Verein   Get a life! e.V.


Get a life! e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Aufklärung und Prävention im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt widmet.

Der Verein richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie an Erwachsene, die in ihrer Kindheit mit sexualisierter Gewalt konfrontiert waren oder bis heute von deren Folgen betroffen sind. Ziel ist es, Wissen, Sprache und Orientierung zu vermitteln und einen sachlichen Zugang zu einem Thema zu ermöglichen, das häufig mit Sprachlosigkeit verbunden ist.


Sexualisierte Gewalt darf kein Tabuthema sein. Betroffene müssen verstehen dürfen, was geschehen ist und warum Verantwortung niemals bei ihnen lag, sondern bei den Personen, die Einfluss, Macht oder Verantwortung hatten und diese missbraucht oder nicht wahrgenommen haben. Schweigen war keine Pflicht und ist es bis heute nicht.


Get a life! e.V. arbeitet aus der Überzeugung heraus, dass Schutz und Aufarbeitung dort beginnen, wo Geschehenes benannt, eingeordnet und verständlich gemacht wird.


Worum es uns geht

Die Arbeit von Get a life! e.V. richtet sich an Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind oder waren, sowie an junge Menschen, die Schutz, Orientierung und Wissen benötigen.


Wir gehen dorthin, wo diese Menschen erreicht werden. In Schulen, Jugendgruppen, Vereinen, Gemeinschaften und öffentlichen Formaten. Dort sprechen wir offen über sexualisierte Gewalt, über typische Dynamiken, über Angst, über Loyalitätskonflikte und über die langfristigen Folgen für Betroffene.


Unsere Angebote schaffen Räume, in denen Wahrnehmungen ernst genommen werden, Fragen erlaubt sind und deutlich wird, wo Verantwortung lag und warum sie nicht bei den Betroffenen verortet werden darf.


Erwachsene wie Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen können im Rahmen dieser Arbeit anwesend sein oder einbezogen werden, soweit dies dem Schutz, der Aufklärung und der Stärkung von betroffenen Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Betroffenen dient.


Kostenfreiheit als Grundsatz

Alle Angebote von Get a life! e.V. sind kostenfrei. Der Verein bietet keine kostenpflichtigen Leistungen an. Die Arbeit des Vereins wird durch Engagement, Spenden und Unterstützung ermöglicht.

 

Haltung und Abgrenzung

Get a life! e.V. ist kein therapeutisches Angebot und ersetzt keine Beratung oder Behandlung. Der Verein bietet Einordnung, Aufklärung und Prävention. Get a life! e.V. steht für eine klare Haltung: hinschauen, verstehen, schützen.

Ein Gedanke begleitet diese Arbeit besonders:

„Ich glaube, wir werden irgendwann zu der Person, die uns hätte retten können, als wir jünger waren.“

Dieser Satz beschreibt unseren Vorsatz. Nicht rückwärtsgewandt, sondern im Hier und Jetzt, immer mit dem Blick nach vorne gerichtet.


Kernthemen


Sexualisierte Gewalt verstehen
Was sexualisierte Gewalt ist und warum sie oft sprachlos macht.


Verantwortung und Macht
Warum Verantwortung bei Menschen mit Einfluss liegt und nicht bei Betroffenen.


Grenzen und Wahrnehmung
Wie Grenzen erkannt werden und warum die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen ist.


Schweigen und Sprache
Warum Schweigen keine Pflicht ist und wie Sprache helfen kann, Erlebtes einzuordnen.


Folgen und Einordnung
Welche Auswirkungen sexualisierte Gewalt haben kann und wie diese verstanden werden können.


Prävention und Verantwortung
Warum Hinschauen, Ernstnehmen und Handeln entscheidend sind.


Hinweis

Alle Themen werden sachlich, altersgerecht und kontextbezogen behandelt.


Get a life! e.V. bietet keine Therapie und keine Beratung an, sondern Aufklärung, Einordnung und Orientierung.

Kontakt aufnehmen

Wir betreten die Bühne

Wir betreten die Bühne

SEE! Sei Ein Engel!

Ein Abend für Aufklärung, Haltung und Menschlichkeit


Mit dieser Veranstaltung bringe ich dieses Thema auf meine Weise auf die Bühne. Nicht als schwere oder düstere Trauerveranstaltung, sondern als ein Abend, der berührt, aufrüttelt und Mut machen soll.


In der Anfangsszene sieht man einen kleinen Kinderstuhl, einen verschmutzten, leblosen Plüschengel und eine Kerze, die nicht brennt. Dieser Stuhl steht exemplarisch für ein Kind. Ein Kind, das dort sitzt, allein, ohne Schutz und ohne Hilfe. Ein Kind, das niemand bemerkt, weil niemand hinsieht.

"Weil wir ja nichts gesehen haben..."

Ein kleiner Engel, alt und verwaschen. Er hätte Schutz bedeuten können. Er hätte da sein können oder da sein sollen. Und doch blieb er aus. Bei mir hätte es Menschen gegeben, die Engel hätten sein können. Menschen, die hätten hinsehen und handeln können. Aber sie taten es nicht. Es stand konkret der Verdacht auf Missbrauch im Raum., doch Erwachsene entschieden sich dagegen, ihnen nachzugehen.
Die Erklärung heute, warum nichts unternommen wurde, lautet: „Weil wir ja nichts gesehen haben.“  So konnte der Täter weitermachen.


Dieser Engel wird uns durch den ganzen Abend begleiten. Nicht als religiöse Figur, sondern als Symbol für Menschen, die zu Schutzengeln werden, indem sie hinschauen, Verantwortung übernehmen und im entscheidenden Moment da sind.


Die Kerze

In meinem Artikel "Aufarbeitung? #10 - Das letzte Kapitel der Aufarbeitung" erwähne ich meinen nicht veröffentlichten Roman, in dem der Protagonist Peter, ein Sozialarbeiter, regelmäßig eine kleine Kapelle besucht. Sie ist für ihn ein stiller Raum, in dem er zur Ruhe kommt. Jedes Mal brennt dort eine Kerze. Noch nie war sie verloschen. Für Peter ist diese Kerze ein Zeichen der Hoffnung. Solange sie brennt, besteht Hoffnung für die Kinder, die er begleitet.


Auch an diesem Abend werden wir eine Kerze anzünden. Nicht als Zeremonie, sondern als Einladung, genauer hinzusehen, zu verstehen und den Blick zu weiten. Mit sachlichen Informationen, mit Geschichten aus meinem Leben und mit einem Beispiel, das zeigt, wie jeder zu einem Engel werden kann.


Der Abend

Wir werden in meine Vergangenheit schauen. Mit Bildern und Erzählungen mache ich sichtbar, welche Dynamiken Missbrauch ermöglichen und warum Schweigen so zerstörerisch ist. Doch wir bleiben nicht dort stehen. Wir werden gemeinsam hoffnungsvoll nach vorne blicken, wenn wir die Kerze entzünden und damit ein Zeichen setzen, dass Verantwortung immer heute beginnt.


Am Ende lassen wir den Abend offen ausklingen. Mit Musik, mit Zeit und mit Raum für Gespräche und Austausch.

"EINZELFALLKERZE"


Das Bild der 15000 Einzelfälle

Ein Licht für jedes Kind

Zur Aktionsseite "Einzelfallkerze.de"

Sexueller Missbrauch an Kindern ist kein Randthema. Laut der Weltgesundheitsorganisation werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 15000 Fälle angezeigt. Das ist nur das Hellfeld, also die Fälle, die überhaupt bekannt werden. Die Dunkelziffer liegt laut WHO um ein Vielfaches höher.


Trotz dieser Realität wird bei der Aufklärung und Aufarbeitung schnell von einem Einzelfall gesprochen. Auch mich hat man nach meiner behördlichen Offenlegung als "Vorfall eins", als "Fall eins" oder als "Einzelfall" bezeichnet, obwohl sich diese Einordnung innerhalb kürzester Zeit als unzutreffend erwiesen hat. Dieser Begriff klingt nach Ausnahme und Besonderheit, obwohl er das Gegenteil beschreibt. Jeder einzelne Fall ist eine Tragödie und jeder einzelne Fall ist einer zu viel.


Wer dieses Wort nutzt, um Missbrauch zu verharmlosen, verrät Kinder und Menschen, die oft einen enormen Schaden erlitten haben.

Mit der Aktion "Einzelfallkerze" wollen wir diesen Begriff bewusst umdeuten. Wir möchten sichtbar machen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht und ein Kind, das verletzt wurde. Ein Leben, das Schutz gebraucht hätte.


In Deutschland gibt es rund elftausend Gemeindeverwaltungen. Wenn jede von ihnen zur weihnachtlichen Krippe, zum Adventskranz oder zum Weihnachtsgesteck eine Kerze als „Einzelfallkerze“ kennzeichnet, entsteht ein stilles, aber deutliches Zeichen. Sie steht für die Kinder, deren Erfahrungen oft im Verborgenen bleiben, und für Schicksale, die man allzu leicht übersieht. Diese Kerze erinnert daran, dass Aufmerksamkeit schützt – und dass Verantwortung dort beginnt, wo wir bereit sind hinzusehen.


Wünschenswert wäre, dass diese Einzelfallkerze nicht nur in Verwaltungen steht, sondern auch in Kirchen, Vereinen, Schulen, sozialen Einrichtungen und überall dort, wo Menschen zeigen möchten, dass sie Verantwortung ernst nehmen. Vielleicht findet sie sogar ihren Platz in privaten Haushalten, eingebettet in die weihnachtliche Dekoration. So würden wir auch jene Kinder sichtbar machen, die im Dunkelfeld verborgen sind und deren Erlebnisse nie in einer Statistik auftauchen.


Sendet uns die Bilder. Daraus wird "Das Bild der 15000 Einzelfälle" entstehen. Das wird ein Kunstprojekt, an dem ich verdeutlichen will, wie irreführend der Begriff Einzelfall ist und was er über die Haltung verrät, die ihn verwenden.


Weihnachten ist das Fest des Lichts. Es erinnert uns daran, dass Wärme, Schutz und Hoffnung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern Bedürfnisse, die jedes Kind verdient. Genau deshalb gehört die Einzelfallkerze in diese Zeit.


Es wird spannend sein zu sehen, wie viele Menschen sich uns anschließen und mitmachen. Ich freu mich drauf!

Download Banderole "EINZELFALLKERZE" zum Ausdrucken

Banderole ausdrucken, ausschneiden, um die Kerze rollen und auf der Rückseite mit Tesafilm ankleben.

Dann fotografieren und das Bild hier hochladen:

Upload Bild "EINZELFALLKERZE"

Bitte darauf achten, dass keine Gesichter auf den Bildern zu sehen sind. Sonst können wir es nicht für das Kunstprojekt verwenden.

Ein Zeichen, ein Bekenntnis!

Hinschauen! Helfen!

Coming soon...