Aufarbeitung

Oder Farce?



Aufarbeitung? Oder die Farce einer Aufarbeitung?

Wir sind hier auf der Seite „Aufarbeitung?“


Ab hier geht es darum, wie eine christliche Gemeinschaft mit einem sexuellen Missbrauch umgeht, wenn er aus dem Verborgenen in das Blickfeld jener gerät, vor denen man ihn bislang geheim zu halten versucht hat. Wir beschäftigen uns also mit dem Thema Aufarbeitung.

Doch was bedeutet Aufarbeitung eigentlich?

Aufarbeitung bedeutet, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Strukturen offenzulegen, die Missbrauch – und dessen Vertuschung – ermöglicht haben, um daraus Konsequenzen zu ziehen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen künftig zu verbessern. Nicht mehr und nicht weniger.


Was ich jedoch erlebt habe, ist, wie Geheimhaltung institutionalisiert, Verantwortung verschoben und Schutzbehauptungen strategisch eingesetzt wurden. Besonders heikel wird es, wenn dieses Verhalten von Menschen ausgeht, die die Aufarbeitung verantworten sollen – aber selbst Teil des Problems sind.


Hier zeige und belege ich, wie ein System versucht, sich mit dem Etikett der Aufklärung selbst zu schützen und dabei alles verrät, wofür es vorgibt zu stehen. Sogar seine eigenen christlichen Werte. Dabei spielt es keine Rolle, was oder ob ich persönlich etwas glaube. Oder vielleicht doch: Ich glaube, dass Regenwürmer ganz friedliche Zeitgenossen sind. Aber hier geht es nicht um meine Spiritualität, sondern um die allgemein verstandene Bedeutung jener Werte, auf die sich Christen selbst berufen.


Ein Vers, der in der Gemeinschaft häufig zitiert wird, lautet:


„Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“
(Johannes 13,15)


Er stammt aus der Szene, in der Jesus seinen Jüngern beim letzten Mahl die Füße wäscht – als Zeichen von Demut, Verantwortung und Liebe. Er sagt sinngemäß: Folgt meinem guten Beispiel und handelt ebenso. Die Moral, die daraus gezogen wird, ist einfach: Man kann kein „nichtssagendes Beispiel“ sein. Entweder ist man ein gutes – oder ein schlechtes.


Wo die Verhaltensweisen der Gemeinschaft einzuordnen sind, von der ich hier berichte, bleibt jedem selbst überlassen. Eigentlich wäre alles sehr einfach. Doch einfache Lösungen sind selten jene, die am Ende umgesetzt werden – weil sie mit Interessen kollidieren. In der Politik spricht man von Lobbyismus und Interessenvertretungen. Hier sind es die inneren Machtzirkel einer Gemeinschaft, die den Schutz der eigenen Ehre und die Bewahrung der Reputation über alles stellen. Und genau in dem Moment, in dem Angst vor Gesichtsverlust die Verantwortung ersetzt, geht der rationale Umgang mit Wahrheit verloren.


Wie sonst wäre es zu erklären, dass sie bereit sind, einen hohen Geldbetrag aufzuwenden, um über einen Anwalt zu begründen, dass sie seit dem Jahr 2000 Kenntnis von einem pädophilen Menschen haben – und ihm dennoch ermöglicht haben, sich uneingeschränkt im Umfeld von Kindern und Jugendlichen zu bewegen, mit ihnen zu spielen und sie vor den Augen aller zu berühren und anzufassen. Ob dies gezielt der Lustbefriedigung des Täters diente, weiß nur er selbst. Aber ermöglicht haben es reale Menschen – Menschen, die sich als Gesandte Gottes betrachten und sich dabei für besonders fundamentale Christen halten. Und wahrscheinlich hat sich an diesen Kosten die ganze Gemeinde, wenn auch möglicherweise unwissentlich, beteiligt.


Wenn ich die einfachsten Fakten zusammenfüge, bleibt mir nur eine Schlussfolgerung: 
Es ist nicht Unwissenheit oder Naivität, was sie antreibt.


Sie wissen genau, was sie tun.

Kommission veröffentlicht Bericht über sexuellen Missbrauch im Erzbistum Freiburg


Über meine Brüder lasse ich nichts kommen!

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Echt jetzt? Glaubt ihr das echt selbst?

In dieser Rubrik zeige ich an ein paar Schutzbehauptungen, mit denen Verantwortliche versuchen, sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Sätze, die vernünftig klingen sollen – aber bei näherem Hinsehen nur eins tun: das eigene Nichtstun kaschieren.


Hier zerlegen wir diese Aussagen sachlich, klar und mit einem Hauch Humor. Wir zeigen, wie Sprache verdreht wird, wie Zuständigkeiten plötzlich verschwimmen – und wie aus „Wir konnten nicht“ meist ein sehr deutliches „Wir wollten nicht“ wird.

Serviceliste

Das traurigste Kapitel

Die zentrale Frage ist nicht:


„Was ist verjährt?“, sondern:


„Was ist noch offen?“


Lieber Ober-Christian

Der Rote Balken der Wahrheit

Was sich hinter dieser Aktion verbirgt?


Eines kann ich verraten: Es geht um Balken und um Farben.  Am Anfang ist er schwarz. Doch wird er sich verändern,  oder vielleicht einfach verschwinden?


Noch ist es nicht so weit. Aber bald.