Ich bin!
Das Gestern, das Heute
und mein Morgen
Das Gestern
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Ich bin. #01 - Meine GeschichteListenelement 1
Meine Wurzeln liegen in zwei Welten: Indien und Deutschland.
Zwischen Spiritualität, Kriegsgeschichte und dem Wunsch nach Frieden begann mein Leben – geprägt von Gegensätzen, die mich bis heute begleiten.
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Ich bin. #02 - Der MissbrauchListenelement 2
Auf dieser Seite möchte ich nicht weiter ins Detail zu dem Missbrauch gehen, als ich es schon in meinem ersten Veröffentlichung getan habe. Dort habe ich dazu folgendes gschrieben:
Als 9-jähriges Kind wurde ich über mehrere Jahre von einem Mann sexuell missbraucht. Unsere Wege kreuzten sich in einer freikirchlichen Gemeinschaft. Bei der Straftat reden wir unter anderem von Befingern des Genitals (auch während des Schlafs), Einläufen unter dem Vorwand der gesundheitlichen Notwendigkeit bis hin zur analen Vergewaltigung. Die Folge einer Verletzung begleitet mich bis heute.
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Ich bin. #03 - Ich offenbare den MissbrauchListenelement 3
Im Jahr 2000 sprach ich zum ersten Mal über den Missbrauch – in der Hoffnung auf Hilfe, Unterstützung und Gerechtigkeit. Doch statt Konsequenzen für den Täter erlebte ich Schweigen, Zurechtweisung und Demütigung. Die Verantwortlichen stellten mich als Störfaktor dar, während der Täter weiter akzeptiert und geschützt wurde. Was als Bitte um Aufklärung begann, wurde zum Beweis für ein System, das alles tut, um Verantwortung zu vermeiden.
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Ich bin. #04 - Das Offenlegungsgespräch
Der Tag des Offenlegungsgesprächs war für mich kein juristischer, sondern ein menschlicher Prozess. Ich stand den Verantwortlichen der Gemeinschaft gegenüber – ruhig, mit klaren Fragen
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Ich bin. #05 - Warum erst jetzt?Listenelement 4
„Warum erst jetzt?“ – Diese Frage begegnet mir immer wieder. Sie klingt einfach, doch sie verkennt, was es bedeutet, Missbrauch zu begreifen, Verantwortung zu tragen und gegen ein System anzukämpfen. Es war kein plötzlicher Entschluss, sondern ein langer Weg aus gefühlter Ohnmacht, Schuldgefühlen und einem inneren Shutdown – bis hin zu dem Moment, an dem Schweigen keine Option mehr war.
Nein, meine Söhne
geb´ ich nicht!
Diese Textzeile hat in einem sehr schwachen Moment einen Gedanken in mir ausgelöst, der alles veränderte. Ich, als Vater mehrerer Kinder, konnte nicht länger zulassen, dass der Täter weiter mit Kindern in Kontakt steht.
Auch meine Kinder sollten ihm nicht mehr begegnen müssen.
Für sie einzustehen wurde nicht nur meine Aufgabe – es wurde zu meiner Verantwortung und zu meiner Pflicht.
Das Heute
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Ich bin. #06 - Mir geht es gut. Ende der KonversationListenelement 1
Ich begegne noch öfters Menschen aus dem Umfeld der Christianer. Doch die Antwort auf die Frage „Wie geht’s?“ hat eine Geschichte. Hier beschreibe ich, warum meine Antwort klar und eindeutig ist und warum ich keinen Kontakt mehr möchte.
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Ich bin. #07 - Vergebung vs. Innerer Autonomie
Vergebung ist kein Pflichtprogramm und kein Weg zur Heilung. Dieser Text zeigt, warum wahre Freiheit nicht durch Vergebung entsteht, sondern durch innere Autonomie – und warum Verantwortung manchmal bedeutet, sich zu lösen.
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Ich bin. #08 - Sternstunde
Eine Sternstunde ist kein Moment des Ruhms, sondern der Klarheit. Der Gefechtsbericht meines Großvaters zeigt, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, wenn niemand sonst da ist. Diese Geschichte hat mein Verständnis von Entscheidung und Entschlossenheit verändert.
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Ich bin! Update - November 2025 Aktuelle Sachlage
Seit der Veröffentlichung meiner Geschichte sind fast zwei Jahre vergangen. In dieser Zeit habe ich unzählige Gespräche geführt, Mails erhalten und Erfahrungen geteilt – mit Menschen, deren Geschichten sich erschreckend ähneln. Sie alle zeigen, wie tief das Problem sexuellen Missbrauchs und die systematische Verdrängung in unserer Gesellschaft verankert sind.
Während ich persönlich versuche, mit den Folgen zu leben und achtsam mit mir und meiner Familie umzugehen, bleibt das Verhalten der Freikirche ein bedrückendes Beispiel für institutionelles Versagen. Der Täter ist weiterhin Teil der Gemeinschaft, akzeptiert und unbehelligt – während man sich auf „Vergebung“ beruft.
Diesen Text hatte ich veröffentlicht bevor die Seite überarbeitet wurde. Diesen belasse ich jedoch im Original so stehen.
Mein Morgen - Es wird alles gut!
In einem Zustand hoher mentaler Belastung begegnete ich einem sehr junggebliebenen älteren Herrn. Wir lernten uns während unserer unternehmerischen Tätigkeit kennen. Ich hatte das Gefühl, dass uns etwas verbindet, und wir sprachen gelegentlich auch über private Dinge.
Einmal erzählte er mir von gesundheitlichen Beschwerden einer seiner Bekannten und davon, wie diese geheilt wurde. Am Ende dieses Gesprächs sagte er beinahe beiläufig einen Satz, der für mich unermesslich bedeutend werden sollte: „Olli, wenn dir jemand helfen will, dann musst du ganz fest daran glauben, dass er es auch kann!“
Dieser Satz war für mich einer der hilfreichsten und richtungsweisenden Impulse auf dem Weg zurück in eine neue Normalität. Und derselbe Mann prägte auch einen weiteren Satz, den er genauso meint wie er ihn sagt: „Olli, glaube mir, es wird alles gut.“
Nach allem, was ich erlebt habe, muss ich anerkennend feststellen: Er hat recht. Es ist die Sichtweise, die Erfahrung und der Blick auf das Leben, auf sich selbst und auf andere. Es wird alles gut bedeutet nicht, dass Geschehenes ungeschehen wird. Niemand, der durch einen Unfall ein Bein verloren hat, bekommt es zurück. Nein, ganz und gar nicht. Aber die persönliche Sichtweise und die eigene Handlungskompetenz in der inneren Gedankenwelt lassen es gut werden. Wenn man weiß, wie man Narben behandelt, damit eben der Schmerz gelindert wird.
Mein ganzes Leben war wie ein langsames Füllen eines Pulverfasses, das plötzlich durch einen kleinen Funken explodierte. Doch mit dem umgekehrten Effekt: Erst das große Chaos, dann die Explosion – und danach hat sich alles geordnet. Plötzlich steht alles da, wie es sein soll.
Eine Freundin hatte mir vor einiger Zeit eindringlich die Frage gestellt, was ich mir von der Zukunft wünsche. Nach längerer Überlegung beantwortete ich diese Frage mit „Glück“. Dieses Gefühl des Glücks war mir bisher völlig fremd, und ich hatte keine wirkliche Vorstellung davon, wie es sich anfühlen könnte. Aber ich glaube, dass der Frieden und die Ruhe, welche ich heute empfinde, vielleicht genau dieses Gefühl ist, das andere als Glück bezeichnen.
Der Blick klar, der Staub verflogen. Und genau so blicke ich in mein Morgen.